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Frauen kämpfen für die Freiheit der Westsahara

Ermutigende Veranstaltung mit Sevim Dagdelen und Nadjat Hamdi

Anlässlich des Frauenmärzes hat der Berliner Abgeordnete Philipp Bertram zu einer Online-Veranstaltung mit dem Titel „Freiheitskämpferinnen der Westsahara“ am 17.März eingeladen. Najat Hamdi, Repräsentantin der „Befreiungsbewegung“ Frente Polisario in Deutschland und die Bundestagsabgeordnete  der Linksfraktion Sevim Dagdelen haben von der gewaltsamen Auseinandersetzung der sahrauischen Bevölkerung mit Marokko und über die gewaltsame Auseinandersetzung mit Marokko berichtet. In der letzten Kolonie Afrikas leben die Sahrauis unter marokkanischer Besatzung - unter prekären Bedingungen und in Flüchtlingslagern. Ein Referendum zur Unabhängigkeit blieb ihnen bislang verwehrt, obwohl es bereits eine Resolution der Vereinten Nationen dazu gab.

Frauen spielen in diesem Konflikt eine Schlüsselrolle, weshalb sich der Blick im Frauenmärz auf die Westsahara lohnt. Nadjat Hamdi beschrieb vor allem die Situation von Frauen in den Flüchtlingslagern, die sie selbst gut kennt: „Frauen haben angefangen Institutionen aufzubauen, Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser. Und später haben sie sich auch mit politischen Themen befasst und sich politisch organisiert. Dabei blieben sie meist unter sich, die meisten Männer waren im Krieg.“ Vor allem Frauen haben sich in diesem Konflikt emanzipiert und die Kämpfe angeleitet, so Hamdi.

Sevim Dagdelen kritisierte vor allem die Europäische Union und die Politik der Bundesregierung. Es dürfe kein EU-Freihandelsabkommen mit Marokko geben, solange sich die Lage in der Westsahara nicht ändert: „Solange Marokko das Referendum blockiert, darf es auch keinerlei Privilegierung geben!“, so Dagdelen. Auch Waffenexporte solle die Bundesregierung sofort unterbinden, was sie mit der Linksfraktion im Bundestag fordert.

Bei der Online-Veranstaltung haben mehr als 50 Personen teilgenommen. Durch die Möglichkeit Fragen und Anmerkungen per Chat und ein Frage-Tool zu stellen, lief die Diskussion interaktiv ab. Neben den Fragen, die Philipp Bertram moderiert hat, wurden auch solidarische Grüße von Zuschauer*innen per Chat aus verschiedenen Ländern mitgeteilt. Ein besonders bewegender Kommentar kam von Einem scheinbar persönlich Betroffenen um Schluss: Seine Mutter warte seit mehreren Jahrzehnten mit einem alten Haustürschlüssel darauf, in ihre Heimat zurückzukehren. Sie werde nicht aufgeben, auf ihre Freiheit zu hoffen und dafür zu kämpfen.  Diese persönlichen Geschichten machen die Konflikte, die oft abstrakt und weit weg scheinen, schnell sehr greifbar und nah. Das ist auch, was uns als LINKE und als solidarische Zivilgesellschaft motivieren sollte, weiter Ungerechtigkeiten, wie den Kampf der Sahrauis, zu thematisieren und uns für ihre Unabhängigkeit und Freiheit einzusetzen.